Pressemitteilung —
Vom Netzbetreiber zum Energiesystem-Manager: Westfalen Weser gestaltet die Energiewende in der Region und fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Das kommunale Energieunternehmen Westfalen Weser treibt die Energiewende in der Region OWL und Südniedersachsen konsequent voran und entwickelt sich zunehmend vom klassischen Netzbetreiber zum ganzheitlichen Energiesystem-Manager. Auf der Bilanz-Pressekonferenz in Herford blickte die Konzern-Geschäftsführung auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück, das geprägt war durch wirtschaftliches Wachstum, hohe Investitionen und zahlreiche Neueinstellungen. Sie machte aber auch deutlich: Eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende, bei der Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen berücksichtigt werden, braucht klare und verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Im Jahr 2023 hat sich Westfalen Weser auf den Weg gemacht, sich konsequent zu einem ganzheitlichen Energiesystem-Manager für die Region weiterzuentwickeln. Durch den Einstieg in neue Geschäftsfelder und den Ausbau bestehender Aktivitäten deckt das Unternehmen mittlerweile die gesamte Wertschöpfungskette ab: von Erzeugung und Handel sowie Speicher über Netze bis zu Wärme und Energielösungen. Geschäftsführer Jürgen Noch sieht darin einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg: „Eine klimaneutrale, sichere und bezahlbare Energiewende gelingt nur, wenn wir sie als Gesamtsystem denken und sektorenübergreifend umsetzen. Genau darauf richten wir unser Unternehmen konsequent aus.“
Engagement in neuen Geschäftsfeldern wird in der Region sichtbar
Trotz anspruchsvoller und teilweise unklarer Rahmenbedingungen setzt Westfalen Weser seine Strategie konsequent um. Im Bereich der Erzeugung steht ein wichtiger Meilenstein beim Wasserstoffprojekt „Schlafender Riese“ bevor: Im November startet der Bau der 10 MW-Elektrolyseanlage in Lichtenau. Bereits Ende 2027 soll dort erstmals grüner Wasserstoff produziert werden. Zudem engagiert sich Westfalen Weser über eine Beteiligung an dem Windparkprojektierer Westfälisch-Niedersächsische Energie im weiteren Ausbau der Windenergie und stärkt damit die regionale Stromerzeugung. Bis zum Ende des Jahres 2026 sollen 36 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 192 Megawatt entstehen. Auch im Energiehandel und im Endkundengeschäft baut das kommunale Unternehmen seine Tätigkeiten im Rahmen des Joint-Ventures WestfalenWIND Strom gezielt weiter aus.
Mit dem Anstieg der Erzeugung erneuerbarer Energien wächst auch der Bedarf und die Bedeutung von flexiblen Energiespeicherlösungen. Energiespeicher können einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Quellen auszugleichen. Westfalen Weser verfolgt in der Region mehrere Batteriespeicherprojekte, unter anderem in Blomberg, Würgassen und Kirchlengern.
Ausbau und Digitalisierung der Netze im Fokus
Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien erfordert erhebliche Investitionen in die Stromnetze. Neben dem Ausbau setzt Westfalen Weser dabei vor allem auf eine intelligente Steuerung. Ziel ist, Energieströme künftig in Echtzeit zu managen und so schwankende Einspeisungen zuverlässig auszugleichen. Geschäftsführer Andreas Speith wünscht sich hierfür bessere Rahmenbedingungen: „Erzeugungsanlagen lassen sich innerhalb von weniger als zwei Jahren realisieren, im Netzausbau dauert es ein Mehrfaches davon. Wir benötigen schnellere und schlankere Genehmigungsverfahren und eine synchronisierte Betrachtung von Erzeugung und Netz, damit diese Lücke nicht weiterwächst.“ Er kritisiert zudem die aktuellen Überlegungen der Bundesnetzagentur zur Neugestaltung des Regulierungsrahmens. Sie böten weder ausreichende Planungssicherheit noch angemessene wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Fehlende finanzielle Ressourcen aus dem neuen Regulierungsregime würden das Tempo der Energiewende zwangsweise verringern.
Auch im Wärmesektor sieht Westfalen Weser akuten Handlungsbedarf. Anhaltende politische Diskussionen und unklare Vorgaben führen aktuell zu einer starken Verunsicherung bei Kommunen und Kunden, die Investitionen in neue Wärmelösungen entsprechend zurückstellen. Positiv blickt das Unternehmen hingegen auf die kommunale Wärmeplanung: Viele Kommunen seien sehr bestrebt, die Wärmewende in ihrer Region voranzutreiben.
In der E-Mobilität ist dem kommunalen Unternehmen eine strategische Neuausrichtung gelungen: vom Einzelladesäulenbetrieb zum Betrieb skalierbarer Systemlösungen für Busbetriebe und den Schwerlastverkehr in der Region. Mit diesem Ansatz trägt Westfalen Weser zur weiteren Dekarbonisierung des Verkehrssektors und letztendlich zur so wichtigen Sektorenkopplung bei.
Starke Zahlen: Wertschöpfung aus der Region für die Region
Durch all diese Maßnahmen ist Westfalen Weser operativ wie strategisch gut aufgestellt und blickt auch wirtschaftlich auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück: Neben Konzernumsatzerlösen von 1,1 Mrd. Euro und einer Investitionssumme von 178,4 Mio. Euro, konnten insgesamt 55,7 Mio. Euro an die 57 beteiligten Kommunen ausgeschüttet werden. Die lokale Verwurzelung bestätigt Westfalen Weser auch durch die Förderung regionalen Engagements in Höhe von 1,2 Mio. Euro. 150 neue Kolleginnen und Kollegen stellte das kommunale Unternehmen ein. Damit waren zum Jahresende 2025 über 1.300 Arbeitnehmende an 23 Standorten tätig. Knapp 100 Auszubildende absolvieren aktuell eine Ausbildung.
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